Stuttgart, 01.10.2020

Trockenheitstolerante Sorten

Die europäischen Sommer werden immer heißer und trockener. Dies wirkt sich auch immer mehr auf die grüne Branche aus. Und auch der Endverbraucher beschäftigt sich zunehmend mit den Fragen welche Pflanzen Hitzewellen überstehen, geringe Wassermengen benötigen und daher zudem ökologisch wertvoll sind.

Um auf diese Entwicklungen zu reagieren und die Fragen zu beantworten, haben wir in Zusammenarbeit mit der LVG in Heidelberg einen Teil unseres Beet- und Balkonsortiments auf Trockenheitstoleranz getestet. Im Sommer 2020 wurden hierfür 83 Sorten aus 23 verschiedenen Gattungen auf einer Containerstellfläche ausgepflanzt und unter Beigabe von nur rund 50% der optimalen Wassermenge kultiviert. Von jeder Sorte wurde eine entsprechende Vergleichskultur mit optimaler Wassermenge versorgt: So wurden Gattungen wie Delosperma und Sedum mit 2 l/h bewässert, Pelargonien und Phlox beispielsweise mit 4 l/h, Calibrachoa und Osteospermum mit 8l/h und Bidens und Petunia mit 12 l/h.

Bonitiert wurden u.a. die Kriterien „Gesamteindruck“ und „Irreversible Pflanzenschäden“. In der von uns und der LVG Heidelberg veröffentlichten Auswertungstabelle sind die Sorten dargestellt, die im Hinblick auf die oben genannten Kriterien im Zeitraum von KW 24 und KW 37 mit gut bis sehr gut bewertet wurden.

„Erstaunlich war für uns, dass im durchgeführten Test an der LVG in Heidelberg neben Sorten, die bekannterweise an Trockenheit angepasst sind, wie Sedum und Delosperma, sogar Sorten aus den Bereichen Calibrachoa wie MiniFamous® Uno Double ‚LavTastic‘, ‚Rave® Pink '16 ‘ und PinkTastic®‘ sowie Petunien wie ‚NightSky®‘, ‚Famous Laser Pink‘ und ‚Royal Sky‘ der Trockenheit trotzten und bei nur 50% der optimalen Wassermenge noch als gut bis sehr gut bewertet wurden. Mit diesen Testergebnissen wollen wir auf unsere trockenheitstoleranten Sorten aufmerksam machen, um auf die Nachfrage unserer Kunden und der Endverbraucher zu diesem Thema zu reagieren.“ so Sebastian Mainz (Senior Trade Marketing Manager bei Selecta one).

Ute Ruttensperger von der LVG Heidelberg ergänzt: „Vor dem Hintergrund des globalen Klimawandels wird mit häufigeren und intensiveren Dürreereignissen gerechnet. Durch diese ausgeprägten Hitzesommer kommen unter anderem auch neue Herausforderungen in der Ausgestaltung und Bewässerung von Pflanzungen im Siedlungsbereich oder im Hausgarten auf uns zu. Kommunen und Verbraucher werden sich in der kommenden Zeit verstärkt auf mehr Bewässerung einstellen müssen. So wird auch der Bedarf nach Sorten mit höherer Trockenheitstoleranz und auch angepassten Wachstumszyklen steigen. Gerade blühende Pflanzen haben einen hohen biodiversitären Nutzen. Darauf muss die Züchtung reagieren. Gezielte Informationen am POS sind zudem wichtig, um eine breite Vielfalt in der Pflanzenverwendung zu erhalten.“